Praktika

Innerhalb der vier Oberstufenjahre durchleben die Schüler der Waldorfschule vier außerschulische Praktika. Landwirtschaftspraktikum, Feldmesspraktikum, Sozialpraktikum und Kunstpraktikum sollen den sich entwickelnden Menschen eine Hilfestellung geben und  den psychologischen – heißt seelisch-geistigen Notwendigkeiten des jeweiligen Lebensalters über den entsprechenden Inhalt des Praktikums zu begleiten.

  • Den Menschen zu erden, wenn er droht, innerlich sich zu verlieren, also auf einem Höhepunkt der Pubertät, hilft das Landwirtschaftspraktikum.  
  • Seinen Standpunkt zu finden und von dort aus ein Ganzes zu bemessen ist Ziel des Feldmessens in der 10. Klasse. Der drohenden Vereinseitigung der seelischen Entwicklung wirkt der notwendige Blickwechsel entgegen.  
  • Sich anderen zu zuwenden und ihnen aus der Individualität des Menschseins heraus aufzuhelfen ist Mittelpunkt des Sozialpraktikums. Dadurch kann die Individualentwicklung gestärkt werden und der Schüler begreift sich als Teil eines Ganzen.  
  • Einen Überblick haben und aus diesem künstlerisch gestaltend in die Welt einzugreifen, gestaltet sowohl die Welt als auch die eigene Individualität, ein Ziel der Kunstgeschichtsfahrt.  

Die Praktika sind unter anderem die Weiterentwicklung der Vor- und Angaben des Gründers der Waldorfpädagogik, Rudolf Steiner, deren unterrichtliche Einbindung er nicht konzipiert hat. Sie gründen damit im eigentlichen Sinne in der Anschauung des Schülers, dem innersten pädagogischen Blick, und versuchen, die Entwicklung zu lenken und zu fördern. Zudem sind alle Praktika auch soziales Lern- und Übfeld, da die 9. und 10. Klasse als Klassenverband die Praktika durchlebt.  
Mit den außerschulischen Praktika sind auch immer finanzielle Zusatzleistungen verbunden, die aber in der Klassengemeinschaft als Ort praktischer Sozialität für alle möglich gemacht werden.

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