Schreinern

In der 9. Klasse wird aus dem Unterrichtsfach Werken der 6., 7. und 8. Klasse das Schreinern.

Aus der Bearbeitung eines gewachsenen Holzstückes wird ein materialgerecht geplantes Zusammenfügen von Brettern, Leisten, Vierkanthölzern etc. Aus einer eher freien, spielerischen kunstgewerbliche Herstellung einfacher Gebrauchsgegenstände in der Mittelstufe wie beispielsweise Pflanzholz, Kochlöffel oder Schalen wird ein planvolles praktisches Gestalten bis hin zur Herstellung einfacher Möbelstücke.

Das Schreinern beginnt mit Absicht in der Zeit der Geschlechtsreife - in der Waldorfpädagogik meist Erdenreife genannt, weil dieser Begriff den Entwicklungsprozess umfassender greift. Der Jugendliche erlebt jetzt deutlich den Unterschied zwischen einer rein persönlichen Innenwelt und der Außenwelt. Es ist damit an ihn die Anforderung gestellt, eine noch zu gestaltende Beziehung zwischen Innerem und Äußerem, zwischen sich und der Welt aufzubauen. Das in dieser Phase häufig noch ungeordnete Durcheinanderwogen von Denken, Fühlen und Wollen kann dabei durch die sachgebundene Erdenerfahrung wie sie im Schreinern vermittelt wird eine Hilfe in Richtung Struktur und Klarheit bekommen.

Die Lebendigkeit des gewachsenen Holzes schafft Verarbeitungsprobleme. Gestaltungswille und Vorstellungen (Inneres) der Schülerin oder des Schülers  sind mit den spezifischen Holzeigenschaften (Äußeres) in Einklang zu bringen. Entwurf, Planzeichnung und praktische Umsetzung schulen die Urteilskraft. Bei der Herstellung verschiedenster Objekte wie Tablett, Tisch oder Bett lernen die Schüler die grundlegenden Holzverbindungen sowie die Gesetzmäßigkeiten von Material und Arbeitstechniken kennen. Zu gegebener Zeit fügt sich dann noch der sachgerechte Umgang mit elektrischen Handmaschinen ein.

Die Qualität der Arbeit zeigt sich untrüglich am objektiven erreichten Ergebnis. Ist das Vorhaben, aus der inneren Vorstellung heraus, willentlich etwas Sinnvolles zu schaffen, gelungen, ist ein Stück Sicherheit gewonnen auf dem Weg in die Welt.

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