Eurythmie

Die Eurythmie ist eine Bewegungskunst. Als pädagogische Eurythmie ist sie obligatorisches Unterrichtsfach für alle Klassen. Dieses Fach wird nur an Waldorfschulen unterrichtet. Schon bei der Gründung der ersten Waldorfschule 1919 wurde die Eurythmie von Rudolf Steiner neben dem Sportunterricht als zweites Bewegungsfach im Lehrplan verankert. Die Eurythmie basiert auf dem Zusammenklang von Körper, Seele und Geist im Menschen. Ihre speziellen Bewegungen haben die Gesetzmäßigkeiten der Sprache und der Musik als Grundlage. Der Unterricht wird von diplomierten Eurythmielehrern erteilt; in der Regel ist auch ein Musiker anwesend, der die toneurythmischen Bewegungen begleitet. In den Klassen 1 – 4 ist eine, ab Klasse 5 – 12 sind zwei Unterrichtsstunden pro Woche im Lehrplan vorgesehen. An der Aachener Waldorfschule sind derzeit 4 Eurythmielehrern beschäftigt. Für den Unterricht werden die Klassen geteilt, sodass es immer eine Anzahl von 16-20 Schülern sind, die sich zusammen bewegen.

Der Inhalt des Eurythmieunterrichts richtet sich nach dem Alter der Schüler, aber auch nach dem allgemeinen Lehrplan. Meist ist es der Erzählteil im Hauptunterricht, dessen Inhalt im Eurythmieunterricht aufgegriffen wird. Werden z.B. in der 1. Klasse Märchen erzählt, so können diese Märchenbilder im Eurythmieunterricht in Bewegungen umgesetzt werden. Wird in der 7. Klasse die Zeit der großen Entdeckungen behandelt, so kann gleichzeitig im Eurythmieunterricht ein Gedicht über Columbus erarbeitet werden usf. In der 11. und 12. Klasse können dann von den Schülern ausgesuchte Texte oder Musikstücke solistisch erarbeitet werden und im Einzelfall als Abschlussarbeit gezeigt und aufgeführt werden.

In den unteren Klassen lassen sich die Schüler in der Regel gerne für den Eurythmieunterricht begeistern, sie bewegen sich gerne und haben Freude daran, etwas zu erarbeiten, was dann auch den Eltern gezeigt werden kann. Aufgrund der sich wandelnden Interessen der SchülerInnen in der Mittel- und Oberstufe wird stets versucht, den Unterricht mit altersgerechten Themen zu gestalten, um auch in dieser Altersstufe die Schüler mit Eurythmie anzusprechen. Als Unterrichtender ist gerade in dieser Altersstufe erlebbar, dass die Schüler durch die eurythmischen Bewegungen sich selbst bewusster spüren und im Bereich des sozialen Umgangs durch die non-verbale Kommunikation im gemeinsamen Bewegen ein sicheres Gefühl entwickeln. Dies sind Fähigkeiten, die sich positiv auf alle Bereiche des schulischen und außerschulischen Lebens auswirken.

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